Dr. Karl Gollwitzer und Ferdl Himmer

Der alte Clubstander
Der Anfang
Der Augsburger Architekt und Visionär Dr. Karl A. Gollwitzer und der berühmte Segler Ferdinand „Ferdl" Himmer gründen am 24. Juni 1903 den Augsburger Seglerclub. Damit gehört er mit dem 2 Jahre älteren Akademischen Seglerverein in München, sesshaft in Herrsching, zu den ältesten Segelclubs am Ammersee. Dank großer Leidenschaft und Faszination beider Gründungsmitglieder für den Segelsport erhält der Club sehr schnell ein eigenes, unverkennbares Gesicht. Den ehrwürdigen Clubstander ziert eine grüne Zirbel auf gold-braunem Kapitäl auf weißem Grund mit roter Umrandung
Mit Ehrgeiz und Zielstrebigkeit führt Dr. Gollwitzer den Verein insgesamt 16 Jahre lang.
Der junge Verein wächst sehr rasant, was die Anzahl der Mitglieder, Schiffe und der Immobilien anbelangt. Stolz und Würde des ASC drücken sich auch durch strikte Satzungen und strenge Etikette aus.
Der ASC und seine Schiffe
Die 1892 erbaute Schwertrennyacht PERLE ist die erste Yacht den ASC. Schnell kommen weitere hinzu. Das wohl bis heute Geschichtsträchtigste ist die PELIKAN, das heutige Flagschiff der Bayerischen Seglervereinigung (BSV). 1912 in der Werft von Max Oertz in Hamburg konstruiert und erbaut, segelt sie sehr erfolgreich zahlreiche Regatten. Sie geht durch viele Liebhaberhände und befindet sich lange Zeit im Besitz des Gründungsmitglieds Ferdl Himmer, der auf ihr stirbt. Während des Zweiten Weltkriegs wird die Yacht elementar beschädigt und in den ersten Nachkriegsjahren wieder liebevoll restauriert. Heute liegt die Yacht mit dem Namen CONDOR nördlich der Uttinger Bucht und gehört zu den ältesten Schiffen am Ammersee.

Die alte Perle (heute Condor)
Der ASC und die Weltkriege - kurzer Abriss
Zehn Jahre nach Gründung des ASC eilt dem Club bereits ein hervorragender und weitreichender Ruf voraus. Seine Majestät Ludwig III besucht den Verein an zwei aufeinander folgenden Jahren, um Meisterschaften beizuwohnen. Sohn und Tochter nehmen erfolgreich an Regatten teil. Während seines Aufenthaltes im Club überbringt seiner Königlichen Hoheit der Uttinger Postillon Ignaz Heinrich das Telegramm mit der Kriegserklärung zum Ersten Weltkrieg. Unter den Mitgliedern sind hohe Verluste zu beklagen, der Club selbst bleibt weitgehend unversehrt.
Während des Zweiten Weltkrieges brennt der ASC jedoch beinahe völlig ab. Er wird dank Unterstützung einiger Gönner sofort wiederhergestellt. Einige Jahre dient der Club erst französisch-alliierten Besatzungstruppen und später Flüchtlingen als Unterkunft.
1946 nimmt der ASC seine Clubtätigkeit wieder in vollem Umfang auf und lässt alle Segelschiffe und Boote zu Wasser. Die darauf folgenden Jahre sind geprägt vom kontinuierlichen Wachsen der Wirtschaft. Der ASC wird sukzessive ausgebaut und erweitert. Auch die Mitgliederzahl wächst beständig.
SKH Ludwig III. zu Besuch im ASC
Die ASC-Neuzeit
1983 nehmen zwei Mitglieder des Augsburger Segelclubs erfolgreich an der Weltmeisterschaft in Australien teil. Die Weltmeister Anton Schwarz und sein Vorschoter Peter Fröschl heimsten in der Klasse FD damit große Ehren für den Verein ein.
1997 wird der „neue" Mittelpunkt des Clubs fertig gestellt - das Casino. Hinzu kommen das Cluboffice, eine moderne Küche sowie 14 Kojen als Übernachtungszimmer. Sehr gemütlich und mit unübertroffenem Ausblick sitzen die Mitglieder und ihre Club-Gäste auf der großen Terrasse und können sich fürstlich bewirten lassen.
2003 richtet der ASC die Weltmeisterschaft der H-Boote aus. Die Regatta verläuft auf Weltmeisterschaftsniveau. Im selben Jahr feiert der ASC seinen 100-jährigen Geburtstag und zählt knapp 500 Mitglieder zu seinen begeisterten Anhängern - weiterhin mit steigender Tendenz.
Der Jugend wird ein besonderes Augenmerk geschenkt und dank besonderer Förderung der Abteilung gewinnt der ASC sehr viele talentierte, jugendliche Mitglieder in den letzten Jahren hinzu.
2007 war ein aufregendes und abwechslungsreiches Jahr für den ASC, denn neben den zahlreichen clubinternen Regatten trat der ASC im August 2007 als Gastgeber für die Internationale Deutsche Meisterschaft in der Drachenklasse aufs Parkett. Direkt im Anschluss im September richtete der ASC den Europapokal der 22er Rennjollen aus. 2009 richtete der ASC wiederum eine Top-Regatta aus. Die IDM der Starboote. Und auch im Jahr 2010 gab es erneut ein Großereignis: Die IDM der H-Boote 2010 mit großem Starterfeld und diversen internationalen Teams.
