Eine Reise vom Ammersee bis auf die Hochseeinsel Helgoland
Wenn acht junge Seglerinnen und Segler vom Ammersee ihre Optis packen und sich auf den Weg zur Nordsee machen, dann ist das mehr als nur eine Regattareise. Unter dem Motto „ASC goes North“ sind wir – Alexander, Anna, Ansgar, Constantin, Justus, Karoline, Mika und Moritz – im August 2025 nach Helgoland aufgebrochen. Mit dabei waren unsere Eltern, ein paar Geschwister, unser Trainer – und natürlich jede Menge Abenteuerlust.


Der weite Weg gen Norden
Schon die Anreise hatte etwas von einer Expedition. Zuerst quer durch Deutschland nach Cuxhaven, dann am 16. August frühmorgens auf die Fähre. Zwei Stunden Nordseeluft, ein paar Spritzer Salzwasser, das Schreien der Möwen über uns – und Helgoland rückte langsam näher.
Unsere Boote waren übrigens nicht auf der Fähre dabei, sondern reisten standesgemäß an. Unsere Optis wurden samt Trailer und Motorboot von einem Frachtschiff sicher über die Nordsee gebracht – allein dieser Anblick, wie unser Material über die Reling schwebte, ließ uns spüren: Jetzt beginnt das Abenteuer.



„Schon die Überfahrt war aufregend – wir konnten es kaum erwarten, selbst auf der Nordsee zu segeln!“ (Moritz und Mika, beide 11 Jahre)
Zelten auf Helgoland – ein Privileg
Das Besondere am Störtebeker Opti Cup: Nur bei diesem Event dürfen die Teams auf Helgoland in unmittelbarer Nähe zu den Booten zelten. Und so bauten wir unsere Zelte wenige Meter vom Hafen entfernt auf. Abends lauschten wir dem Meeresrauschen und dem Ruf der Möwen, während die untergehende Sonne den Himmel über der Nordsee in Pastelltöne tauchte.
Morgens wurden wir von der Sonne geweckt und genossen das Frühstück mit Blick aufs Wasser – schöner kann man nicht in einen Segeltag starten. Der Ammersee hat vieles, aber nicht diesen salzigen Duft, der jede Brise auf Helgoland begleitet.


„Einschlafen mit Möwen und Aufwachen mit Sonne – das war besser als jedes Hotel!“ (Alexander, 11 Jahre)
Wettfahrttage zwischen Seekrankheit und Segelglück
Die Nordsee zeigte uns an den drei Wettkampftagen ihre ganze Vielfalt:
- 17. August: Drei Wettfahrten bei starker Strömung und ordentlicher Welle. Für manche von uns war das die erste echte Begegnung mit Nordsee-Bedingungen. Einige von uns wurden seekrank – und trotzdem hat sich jeder tapfer geschlagen.
- 18. August: Nur eine Wettfahrt. Leichter, drehender Wind ließ die Nerven spielen. Wer die Böen lesen konnte, hatte die Nase vorn.
- 19. August: Sonne, mittlerer Wind und perfekte Wellen – also Spaß pur. An diesem Tag fühlte sich jeder Schlag, jede Halse und jede Wende genau richtig an. Perfekte Wellen für echten Opti-Spaß – so werden Segelerinnerungen fürs Leben geschrieben.



„Am ersten Tag dachte ich noch: Oh je, das ist ja wie Achterbahnfahren. Aber am dritten Tag wollte ich gar nicht mehr aufhören!“ (Anna, 13 Jahre)

„„Am Anfang war es echt anstrengend, vor allem mit der Welle. Aber ich wollte unbedingt jede Wettfahrt zu Ende segeln – und ich habe es geschafft! Darauf bin ich richtig stolz.“ (Karoline, 13 Jahre)
Helgoland entdecken – ein Teamabenteuer
Natürlich ging es nicht nur ums Segeln. Gemeinsam erkundeten wir die Insel – und das schweißte uns als Team noch enger zusammen.
- Der Aufstieg zum Lummenfelsen belohnte uns mit dem Anblick von Tausenden Basstölpeln, die wie kleine Flugakrobaten über den Klippen segelten. Und die „Lange Anna“, Helgolands berühmter Brandungspfeiler, thronte majestätisch in der Brandung.
- Im Unterland bummelten wir durch die bunten Hummerbuden. Fish and Chips mit Nordsee-Feeling – das schmeckte uns nach einem langen Segeltag besonders gut.
- Ein Bootsausflug zu den Seehundsbänken auf der Düne war ein tierisches Highlight. Die Seehunde lagen faul in der Sonne, mancher hob aber doch neugierig die Köpfe, als wir uns ihnen mit gebührendem Abstand näherten.
- Abends gab es ein echtes Lagerfeuer-Highlight: frisch geangelte Makrelen, die wir selbst zubereiteten. Gemeinsam Grillen, Lachen und Geschichten erzählen – das gehört genauso zum Störtebeker Opti Cup wie die Wettfahrten.


„Die Seehunde waren das Beste – die haben uns fast genauso neugierig angeschaut wie wir sie!“ (Constantin, 12 Jahre)

„Die Makrelen am Feuer zu braten, war mein Lieblingsmoment. Nordsee schmeckt einfach besser, wenn man selbst geangelt hat.“ (Justus, 13 Jahre)
Siegerehrung – ein ASC auf dem Podium
Am 20. August hieß es Abschied nehmen – zumindest seglerisch. Bei der Siegerehrung freuten wir uns nicht nur über die Tombola, bei der alle von uns einen schönen Preis mit nach Hause nehmen durften. Ein besonderer Moment: Ansgar belegte den 3. Platz in Opti B und vertrat den ASC stolz auf dem Siegerpodest.

„Auf dem Treppchen zu stehen war schon sehr cool – aber am meisten freue ich mich, dass wir das alle zusammen erleben durften.“ (Ansgar, 13 Jahre)

Dank und Ausblick
Ein großes Dankeschön geht an unseren Trainer Florian Jungbauer, der uns mit Ruhe und Weitblick durch die Tage auf der Nordsee begleitet hat, sowie an Cotrainer Lennard. Ohne euch wäre dieses Abenteuer nicht das geworden, was es war: eine unvergessliche Mischung aus Regattaspaß, Naturerlebnis und Teamgefühl.
Mit vielen Erinnerungen im Gepäck, stolz auf das, was wir gelernt haben, und voller Vorfreude schauen wir schon jetzt nach vorn: ASC goes North 2026 – wir kommen wieder!

Fotos: Kirsten Beeck, Christian Beeck
Ergebnisse:
