1. Platz – Vivien Selent – Vorschoterin ASC

No risk, no fun – Flying Zugvogel am Staffelsee
Eigentlich wollte ich ja die heimische Yardstick Open segeln, wurde aber als Vorschoterin für die Kielzugvogel Ranglistenregatta am Staffelsee angeheuert und fuhr eben Mitte Juni dorthin. Nach der Steuerleutebesprechung wurde es ernst: 5-6 Windstärken aus West habe es draußen am Obersee – das war an Land nicht zu spüren. 10 Teams wollten auch bei diesen Bedingungen auslaufen, schließlich waren es sogar 12 der 14 anwesenden Boote (sechs weitere waren gemeldet, reisten angesichts der Windprognose aber gar nicht an).
Auf dem Weg ins Regattagebiet bot sich uns der Anblick eines Meeres von Schaumkronen, was dann doch zu viel des Guten war, weshalb wir unverrichteter Dinge in den Hafen zurückkehrten. Dort fanden sich noch vier weitere Teams, denen die Bedingungen ebenfalls nicht ganz geheuer waren. Während wir uns noch am Steg beratschlagten, kam plötzlich eine Info von der Wettfahrtleitung: Der Wind habe sich auf 15 Knoten eingependelt. Da Teile der Crews allerdings schon mit dem Segeln abgeschlossen hatten, tauschten wir kurzerhand durch, um zumindest drei Boote wieder aufs Wasser zu bringen. So fand ich mich plötzlich an Bord des amtierenden deutschen Meisters wieder.
Kaum im Regattagebiet angekommen, ging es auch schon los mit der zweiten Wettfahrt des Tages – im Übrigen bei genauso viel Wind wie zuvor. Die erste Tonne erreichten wir als Führende – trotz kleinerer Problemchen (ein in Lee verkanteter Traveller, der nur durch Schimpftiraden gelöst werden konnte, und eine Böe, die uns nahe an die Horizontale brachte, von meinem Steuermann trocken quittiert als „so eine böse Bö“). Für den Rest der Wettfahrt blieben wir von solchen Schwierigkeiten verschont und brachten die Führung souverän ins Ziel.
Nach etwas Halbwind-Surfen startete auch schon das letzte Rennen des Tages, wo wir nach der ersten Runde mit zwei weiteren Booten eng beieinander lagen. Mit dem weiter auffrischenden Wind (bis 28 kn) hatten diese aber dann zu kämpfen, sodass wir die Luvtonne mit gutem Vorsprung erreichten, diesen sicher hielten und somit auch diese Wettfahrt gewannen.
Am Sonntag liefen wir dann schon am Vormittag aus, um das letzte Rennen bei nicht allzu starkem Wind zu absolvieren. Wir hatten entschieden, in den neu zusammengestellten Crews zu bleiben. Nach einem abgebrochenen Startversuch bei Westwind konnte es dann bei 3-4 Windstärken Nordwind losgehen. Nach einem mäßigen Start im Getümmel entschieden wir uns für die richtige Seite und lagen an der Luvtonne abermals in Führung. Jetzt galt es, zu verteidigen und auf der letzten Kreuz jede Wende der Zweitplatzierten mitzugehen, ganz nach dem Motto „zwischen Gegner und Tonne bleiben“. Unser Plan ging auf und wir holten den dritten Laufsieg. Nachdem nun alle Wettfahrten abgeschlossen waren und es ein Streichergebnis gab, lautete das Endergebnis: Mit drei Punkten Sieg für Herbert Kujan (SC Füssen-Forggensee) und mich,
Vivien Selent (ASC), vor der Crew vom SC Pilsensee, Amir Malki und Marc Roell (5 Punkte), und den Lokalmatadoren Martin Wieland und Susanne Schöttl (SC Staffelsee, 8 Punkte).
Ergebnisse:
