Podiumsplatz am Tegernsee für den Kielzugvogel vom ASC

Foto: YCaT
Podiumsplatz am Tegernsee für den Kielzugvogel vom ASC
„Ich war noch nie am Tegernsee“, kommentierte die weitgereiste Laser-Seglerin die Liste der Regattatermine der Kielzugvogel-Klasse beim Abgleich mit dem familiären Jahreskalender. Der „Lago di Bonzo“ ist eigentlich als gutes Thermikrevier bekannt. Und so wurde der Kielzugvogel GER 4044 vom ASC nach dem Europapokal am Attersee und der Deutschen Meisterschaft am Wörthsee auch für den „Silber-Kieler“ beim Yacht-Club am Tegernsee gemeldet.
Der Weg zum Tegernsee war Ende August jedoch mit Baustellen gepflastert: Bahnübergang in Utting gesperrt, Ortsdurchfahrt Dießen gesperrt, Bundesstraße am Tegernsee gesperrt. Ein fettes Gewitter noch bei Bad Tölz – und man konnte sich am Freitagabend mit den anderen bereits angereisten Seglern ins herzogliche Hofbräustüberl begeben. Es war unangenehm nasskalt, doch Glühwein stand noch nicht auf der Karte. Die Halbe Helles indes kostet nur 3,30 Euro (in Worten dreikommadreißig) – was man den Schwaben unbedingt berichten muss.
Der Samstag war geprägt von flauen, westlichen Windstrichen, die sich für eine Regatta nicht wirklich eigneten, auch wenn man am späten Nachmittag einen Start versuchte – und bei minus einer Minute abbrach, gefolgt von AP über H – und einem Platzregen. Also: Startbereitschaft am Sonntag um sieben Uhr morgens.
Aufstehen am Sonntag um halb sechs ist, sagen wir mal: unchristlich. Aber wolkenloser Himmel, schattige Temperaturen auf dem See und drei bis vier Beaufort aus Süd! Auslaufen (im Winterölzeug, und das Ende August) um kurz nach sechs, noch lange bevor die Hügelspitzen über Bad Wiessee die Sonne erblickten – und dann vier Wettfahrten am Stück. „Ich hätte doch die Stiefel mitnehmen sollen“, kommentierte die in den Ausreitgurten hängende Vorschoterin, als sie wieder einmal den Wellenbrecher für den Steuermann darstellte. Derweil stieg der Heißluftballon der ortsansässigen Brauerei über dem See auf und schwebte dekorativ über die Regattabahn.
Kurz vor zehn Uhr, der Südwind flaute gerade ab, war die Flotte wieder im Hafen. Mit einem fünften und drei dritten Plätzen lagen wir auch insgesamt auf Rang drei. Jetzt auskranen? Nein nein, es sind sechs Wettfahrten ausgeschrieben!
Es gab erst einmal ein leckeres italienisches Frühstück vom Clubrestaurant „Aqua“, um die Wartezeit auf den Nordwind zu verkürzen. Die Sonne wärmte die Segler auf, der Cappuccino auch von innen. Gegen ein Uhr baute sich tatsächlich der Nordwind auf, es folgten zwei weitere Wettfahrten. Doch von gleichmäßigem Wind keine Spur – Westwind in Utting ist einfacher! Trotz zwischenzeitlich guter Position vergeigten wir die beiden Rennen mehr oder weniger. Einen Punkt indes retteten wir, um noch als Dritte – und erstmals im Zugvogel überhaupt – auf dem Podium zu landen. Letztlich konnten wir uns über einen sonnigen, warmen und wettfahrtreichen Sonntag mit einem schönen Ergebnis freuen.
Souveräne Sieger waren die deutschen Meister Herbert und Elisabeth Kujan (SCFF Forggensee) vor Amir Malki und Marc Röll (SC Pilsensee). Rang drei ging an das Vater-Tochter-Team Volker Göbner und Vivien Selent GER 4044 vom Augsburger Segler-Club.
vg
Ergebnisse: Silber Kielzugvogel manage2sail
